Indonesien - Partnerschaften
Indonesien - rohstoffreicher Vielvölkerstaat in Südasien
Mit über 223 Millionen Einwohnern und 13.677 Inseln ist Indonesien eines der dichtest besiedelten Länder in Südasien. 88% der Menschen Indonesiens gehört heute der Richtung des sunnitischen Islam an, 5% sind Protestanten, 3% Katholiken, 2% Hindus und 1% sind Buddhisten. Die Mehrzahl der Einwohner Indonesiens lebt auf der Hauptinsel Sumatra. Jakarta ist mit über 8 Millionen Einwohner eine Megacity. Nach der Verfassung von 1945 ist Indonesien eine Präsidialrepublik.
Partnerkirchen der EKvW in Indonesien
Zu den indonesischen Kirchen mit Partnerschaften in der ev. Kirche von Westfalen gehören:
- GKI (Papua)
- HKBP (Sumatra)
- GPKB (Sumatra)
- GBKP (Sumatra)
- GKPS (Sumatra)
- HKI (Sumatra)
- GKJW (Java)
- GKJTU (Java)
1. Evangelische Kirche in West-Papua/Indonesien - Gereja Kristen Injili - Papua (GKI)
- Der Regenwald wird abgeholzt, u.a. für Palmölplantagen
West-Papua ist die östlichste Provinz Indonesiens, sie bildet den westlichen Teil der Insel Guinea. Es waren die deutschen Handwerkermissionare Ottow und Geißler, die im Jahre 1855 das Evangelium nach West-Papua brachten. Hundert Jahre später, im Jahre 1956 wurde dann die GKI gegründet.
West-Papua hat eine leidvolle Geschichte. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens im Jahre 1949 blieb das Gebiet unter niederländischer Verwaltung mit dem Ziel der Selbstverwaltung bis 1970. In der Folgezeit wurde West-Papua zum Spielball in den Auseinandersetzungen des Kalten Krieges. Ein 1969 durch die indonesische Regierung durchgeführtes und manipuliertes Referendum erbrachte den Anschluß an Indonesien. Seitdem sind die Papua Menschen zweiter Klasse in ihrem eigenen Land. Übergriffe der indonesischen Sicherheitskräfte und schwere Menschenrechtsverletzungen werden nicht geahndet. Die reichen Ressourcen wie Gold, Kupfer, Erdgas oder Tropenholz werden rücksichtslos ausgebeutet, der Papuabevölkerung bleibt davon nicht viel. Im Jahre 2002 wurde der Provinz eine Sonderautonomie zugestanden, die bis heute nur halbherzig umgesetzt wird.
- Pfr. Dietrich Weinbrenner besucht politische Gefangene in Jayapura
In dieser Situation spielt die GKI-TP eine wichtige Rolle. Sie erhebt ihre Stimme für einen friedlichen Dialog, für Gerechtigkeit und für das Recht der Selbstbestimmung der Papua. Die Ev.Kirche von Westfalen pflegt eine Partnerschaft mit der GKI-TP, die Kirchenkreise Schwelm und Hattingen-Witten haben langjährige Beziehungen mit GKI-TP – Kirchenkreisen. Diese Partnerschaften werden von MÖWE – Regionalpfarrer Dietrich Weinbrenner begleitet.
2. Huria Kristen Batak Protestan (HKBP)
Die HKBP wurde von Dr. Ingwer Ludwig Nommensen gegründet. Er kam aus Nordstrand in Deutschland und wurde 1861 als Pfarrer der Rheinischen Missionsgesellschaft nach Sumatra gesandt. Dr. Nommensen versuchte, im Unterschied zu vielen anderen Missionaren, wie die Einheimischen zu leben. V.a. wegen seiner medizinischen Hilfe gewann er das Vertrauen der Batak.
1864 ließ er die erste Kirche bauen und begann 1883 mit der Ausbildung einheimischer Pfarrer. Seine Gemeinde in Silindung wuchs auf etwa 4.000 Mitglieder an. Später zog er nach Pearadja-Tarutung und christianisierte fast das ganze Batakvolk. In seinem Todesjahr 1918 umfasste die HKBP mehr als 500 Gemeinden und hatte ca. 180.000 Mitglieder.
Heute umfasst sie ca. 3 Mio Mitglieder und ist damit eine der größten evangelischen Kirchen in Südostasien. Wegen der Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Indonesien ist die HKBP zur Zeit sehr um den interreligiösen Dialog bemüht.
Der Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg unterhält eine Kirchenkreispartnerschaft mit der HKBP.
3. Gereja Punguan Kristen Batak (GPKB)
Die GPKB ist ebenfalls eine evangelische Kirche auf Sumatra. Im Amt für MÖWe befasst sich Pfarrerin Beate Hessler mit der Arbeit der GPKB.
4. Gereja Batak Kristen Punguan (GBKP)
Der Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken hat eine Indonesienpartnerschaft mit der GBKP. Im Amt für MÖWe befasst sich Pfarrer Dr. Christian Hohmann mit der Arbeit der GBKP.
5. Gereja Kristen Protestan Simalungun (GKPS)

- Jugendarbeit als Zirkusarbeit in Indonesien
Die GKPS unterhält in Deutschland Partnerschaften mit den Kirchenkreisen Hagen und Solingen und dem Dekanat Bad Marienberg. Gemeinsam werden Partnerschaftsgottesdienste gehalten, Begegnungsreisen durchgeführt und Projekte gefördert.
Zum 100jährigen Jubiläum 2003 hat die GKPS mit ihren Partnern auf einer Konsultation Richtlinien für die Partnerschaft beschlossen und den August-Theis-Fonds gegründet. 100 Schülerinnen und Schülern aus armen Familien wird damit das Schulgeld finanziert.
Die Simalungun Kirche ist Mitglied der VEM, der Gemeinschaft der Kirchen in Indonesien (PGI), im Rat der Kirchen in Asien (CCA), im Lutherischen Weltbund (LWB) und im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK).
Die „Evangelische Simalungun Kirche“ geht auf die Arbeit der Rheinischen Mission zurück. Im Jahre 1903 hat August Theis (Haiger) mit indonesischen Mitarbeitern mit der Missionierung des Simalungun-Gebietes begonnen. Die entstehenden Gemeinden gehörten zunächst zur Toba-Kirche, der HKBP. Später wurde ein eigener Kirchenkreis eingerichtet. Am 1.9.1963 wurde aus der HKBP-S dann die selbständige GKPS. Heute hat die Kirche mehr als 220.000 Mitglieder in über 90 Gemeinden, die über 560 Dörfer und Städte versorgen.
Ein Schwerpunkt der Kirche ist die Bildungsarbeit in zahlreichen Grund-, Mittel- und Oberschulen. Dazu gibt es in Siantar ein Kinderheim (BKM) und eine Ausbildungsstätte für Jugendliche (Panti Karya Remaja) und in Sondi Raya ein Mädchen- und ein Jungeninternat.
Kontaktperson:
Pfarrer Martin Schwerdtfeger, Borsigstr. 11, 58089 Hagen, Telefon 02331-337810, Mail: Martin.Schwerdtfeger@kk-ekvw.de
Begleitung der Partnerschaft:
MÖWe-Regionalpfarrer Dietrich Weinbrenner, Mozartstr. 11, 58452 Witten, Telefon 02302-912346, Fax 02302-912347, Mail: dietrich.weinbrenner@moewe-westfalen.de



