Niederlande - ökumenisches Modellprojekt "Bruggen der Hoffnung" mit der Protestantse Kerk in Nederland (PKN)

 

Ein populäres, holländisches Sprichwort sagt  "Ein Holländer, ein Glaube, zwei Holländer, eine Kirche, drei Holländer, eine Kirchenspaltung." aus: Jan van Butsellar: Niederlande: Misstrauen gegenüber guten Nachrichten, in: Jahrbuch Mission 2006, S. 90 

 

Einander begegnen – voneinander lernen – miteinander wachsen

So steht es im Logo des Ökumenischen Modellprojektes „Brücken der Hoffnung“, das seit dem Jahr 2006 den Gestaltungsraum I der Westfälischen Kirche (Kirchenkreise Münster, Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken) mit den benachbarten Bezirken Gelderland und Overijssel der Protestantischen Kirche der Niederlande (PKN) verbindet.

 

Die deutsch-niederländischen GesprächspartnerInnen

Als die Westfälische Kirche im Rahmen ihres Reformprozesses im Jahr 2004 „Ökumenische Modellprojekte“ anstieß, sollten dabei insbesondere die Dimensionen Ökumene, Mission und gesellschaftliche Verantwortung als Handlungsfelder der Kirche miteinander verknüpft werden. Angeregt durch diese Initiative wurde in Münster, Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken über ein mögliches Modell­projekt diskutiert – und der Blick wanderte nach Westen.

Die Grenze zu den Nieder­landen wird im westlichen Münsterland eher leidenschaftslos wahrgenommen. Die Euregio-Arbeit im Grenzgebiet wird seitens der Kirchen kaum unterstützt. Nur wenige Städtepartnerschaften zwischen deutschen und niederländischen Kom­munen und Gemeinden wurden durch Kirchengemeinden mitgetragen. Aber die niederländischen Campingwagen in den Erholungsgebieten der Tecklen­bur­ger Region sind gar nicht wegzudenken!

So legte es sich nahe, diese Grenze stärker als bisher in die kirchliche Arbeit mit­ einzu­beziehen. Im Gestaltungsraum I wurde das Ökumenische Modellprojekt „Brücken der Hoffnung“ geboren.

In der Zielbeschreibung heißt es: „Wir wollen Gemeinden beider Kirchen darin unter­stützen, einen gegenseitigen Beratungs- und Erneuerungsprozess zu beginnen, durch den das Gemeindeleben qualitativ wächst, das Verhältnis zum umgebenden Stadtteil und zur Gesellschaft insgesamt in den Blick genommen wird und Schritte unternommen werden hin zu verantwortlicher Mission und zu qualifizierter gesell­schaftlicher Verantwortung…Wir wollen Gemeinden beider Kirchen dauerhaft in Kontakt bringen und in eine Lern­gemeinschaft einbinden, die auch nach Ablauf des Modellprojekts Bestand hat“.

 

 

Von der Arbeit der Projektgruppe

Logos helfen bei der Orientierung

Eine Projektgruppe wurde installiert, die unter der Leitung von zwei hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeitenden (Egbert van der Stouw von der PKN in Utrecht und Beate Heßler aus dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung in West­falen) Gemeinden auf deutscher und niederländischer Seite der Grenze identifizierten, die ein gemeinsames Begegnungsprogramm verabredeten. Aus dem Gestaltungsraum I waren es Borghorst und Rhede, Westerkappeln und Rheine, Lüdinghausen und Havixbeck, die sich zur Pilotphase im Jahr 2007 zusammen­fanden. Gemeinsam mit den niederländischen Beteiligten aus Winterswijk, Hengelo, Wezep und Dinxperloo wurden Gruppen zu je vier Gemeinden gebildet, Ortstermine verabredet und Kenntnisse über die Situation der jeweils anderen Kirche gesammelt. Hilfestellung dazu gaben – neben einem selbsterstellten ökume­nischen Wörterbuch – auch die Diskussionen im Rahmen einer Startkonferenz, die zu den westfälischen und niederländischen Reformpapieren „Kirche mit Zukunft“ und „Leben lernen aus der Freude des Glaubens“ stattfanden.

 

 

Vorläufiges Fazit

Karte der 3 Kooperationsprojekte - Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte direkt auf das Bild.

Nachdem das umfangreiche Material gesichtet und die entsprechenden Präsen­tationen der Gemeinden vorbereitet waren, gingen alle Beteiligten mit großem Engagement und vielfältigen Erwartungen aufeinander zu. Bei den Begegnungen wurden offene Fragen diskutiert, Momentaufnahmen erstellt und über aktuelle Herausforderungen und „fresh expressions“ diskutiert, die im Gemeindeleben neue Akzente zu setzen vermögen. In jeder Gruppe standen dabei jeweils zwei Gemeindeberaterinnen und Gemeindeberater der westfälischen und niederländischen Kirche begleitend zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Modellprojekt gibt Beate Hessler, Pfarrerin im Regionaldienst des Amtes für MÖWe.

» beate.hessler@moewe-westfalen.de

 » Video über das Modellprojekt

» zur Homepage der PKN