Palmöl

Der weltweite Verbrauch von pflanzlichen Ölen hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Palmöl hatte unter den Ölen die mit weitem Abstand größten Zuwächse: Die Produktion wurde verzehnfacht. Der Anteil des Palmöls am weltweiten Verbrauch von pflanzlichen Ölen beträgt heute 34 Prozent.

Hauptanbaugebiete sind Malaysia und Indonesien. In Indonesien sind die Großkonzerne die treibenden Kräfte bei der Vergrößerung der Plantagenflächen. Einige große Plantagenbetreiber besitzen mehr als 200.000 Hektar. Daneben gibt es rund 1,5 Millionen Kleinbauernfamilien, die Ölpalmen anbauen. Ihre Plantagen sind ca. zwei Hektar groß.

Die Folgen des Booms

Große Teile des indonesischen Waldes sind eigentlich geschützt. Doch die Regierung erlaubt häufig dessen Rodung für Ölbaumplantagen. Unternehmen werden dabei trotz des Rechtsbruchs oft von Sicherheitskräften unterstützt. Aufgrund der großflächigen Entwaldung ist Indonesien inzwischen der drittgrößte Emittent von klimaschädlichen Gasen. 85 Prozent dieser Gase entstehen bei Regenwaldrodung und wenn Torfflächen zerstört werden. 70 Prozent der Plantagen, das sind 4,2 Millionen Hektar, wachsen auf zuvor bewaldeten Flächen, 25 Prozent sogar auf früheren Torfflächen. Die Rodungen für neue Plantagen führen in Indonesien immer wieder zu massivem Widerstand der Bevölkerung, da die Wälder eine wichtige Lebengrundlage für viele Menschen sind.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Die Bevölkerung selbst profitiert wenig von dem Palmöl-Boom. Die Unternehmen bezahlen Pachtpreise, die häufig weit unter dem tatsächlichen Marktwert liegen.

Wohnbaracken von Ölpalmplantagenarbeitern, Sukaramai, Nordsumatra, Indonesien. (Foto: Christina Felschen/VEM)

Gut drei Millionen Menschen arbeiten in Indonesien auf Ölpalmplantagen. Viele dieser Beschäftigten leiden unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Dies gilt insbesondere für die Saisonarbeiter und Tagelöhner, die auf vielen Plantagen neben Festangestellten beschäftigt werden. Oftmals werden Löhne gezahlt, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Aufgrund der eingesetzten Pestizide und Dünger bestehen erhebliche gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten, die meist ohne Schutzkleidung und ausreichende Einweisung arbeiten.

Mehr Details finden sich in einer Studie unter anderem der Vereinten Evangelischen Mission (VEM).

Gibt es auch „nachhaltiges“ Palmöl?

Um die negativen Folgen des Ölpalmanbaus zu verringern, hat sich 2004 der RSPO („Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl) gegründet. In dem Flyer "Palmöl - alles im grünen Bereich?!" informieren wir darüber, wie nachhaltig oder nicht-nachhaltig zertifiziertes Palmöl ist.

Ansprechpartnerin für dden Bereich

Palmöl

Katja Breyer

0231 5409-73

katja.breyer@moewe-westfalen.de

Informationen über die Nachhaltigkeit zertifizierten Palmöls finden Sie in dem Flyer "Palmöl - alles im grünen Bereich?!"