Fairer Handel

Viele Produkte unseres täglichen Bedarfs kommen aus Ländern des globalen Südens: Der Kaffee oder Tee zum Frühstück, die Banane in der Mittagspause und der Schokoriegel am Nachmittag. Sie alle werden hier sehr billig angeboten, und das hat seinen Preis: Viele Menschen in den Anbauländern arbeiten unter unwürdigen Bedingungen oder erhalten für ihre Produkte so niedrige Preise, dass nicht einmal die Herstellungskosten gedeckt sind. Seit Jahrzehnten zeigt der Faire Handel, dass Ausbeutung und Ungerechtigkeit nicht unveränderbar sind. Viele erfolgreiche Handelspartnerschaften belegen, dass man den ungleichen Bedingungen, die der konventionelle Welthandel schafft und ausnutzt, etwas entgegensetzen kann. + weiterlesen

Die Macht der Finanzmärkte, internationaler Konzerne und Investoren, Regelungen der Welthandelsorganisation, Europäische Agrarpolitik sowie Spekulation mit Nahrungsmitteln sind aktuelle Bausteine unseres unfairen Welthandelssystems. Über eine Milliarde Menschen leben in absoluter Armut und haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen. Menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Weltmarktfabriken des globalen Südens sind nicht ernsthaft im Blick der – auch deutschen – Auftraggeber. Nötig sind politische Regelungen, die Marktkräfte und Profitinteressen im Zaum halten, wo sie Menschenrechte verletzen, wo sie Menschen um ihre Existenz bringen. Dies ist eine Ebene, auf die wir als Einzelne nur begrenzt Einfluss haben.

Alter Trade Corporation, Vollrohrzucker – Philippinen, Jeremiah Patricio mit seiner Frau Maria Engineta und drei ihrer fünf Kinder. (Foto: GEPA)

Doch es gibt auch die faire Wirtschaft „im Kleinen“, den Fairen Handel, an dem können wir uns im Alltag beteiligen, indem wir die entsprechenden Produkte kaufen. Der Faire Handel ist inzwischen zur größten und dauerhaftesten Bewegung der deutschen Zivilgesellschaft geworden. Dabei hat es klein begonnen: 1969 wurde in den Niederlanden der erste Weltladen eröffnet, 1975 gab es in Deutschland erst vierzig davon. Das Importgeschäft wurde dann von Handelsorganisationen immer weiter ausgebaut: El Puente  (1972), GEPA (1975), BanaFair (1986) und dwp (1988). Das durch TransFair vergebene Siegel gewährleistet faire Preise und grundlegende Arbeitsrechte für die Produzenten. Viele fair gehandelte Lebensmittel haben Bio-Qualität.

Millionen profitieren vom Fairen Handel

Doch es gibt noch viel Luft nach oben, der Marktanteil fair gehandelter Produkte ist immer noch sehr gering – sie machen nur 0,01 Prozent des gesamten Welthandels aus. Beim Kaffee liegen wir in Deutschland schon höher: 2 Prozent unseres Lieblingsgetränks ist fair gehandelt. Heute können Konsumenten in Deutschland zwischen vielen Produkten wählen: Es gibt rund 2.000 Fairtrade-gesiegelte Produkte, die bundesweit in mehr als 30.000 Geschäften, Weltläden und Bioläden sowie in mehr als 15.000 gastronomischen Betrieben erhältlich sind. Millionen Menschen in den Erzeugerländern profitieren vom Fairen Handel.

Weitere Informationen gibt es im Internet beim Verein TransFair, der in Deutschland das Fairtrade-Siegel vergibt, bei der GEPA, dem größten europäischen Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern, bei El Puente, das  Kleinbetriebe und Genossenschaften in südlichen Ländern durch Import und Vertrieb ihrer Produkte fördert, und bei der dwp-Genossenschaft für den Fairen Handel.

Bei Fair4you gibt es Informationen für junge Leute rund um den Fairen Handel, und einen Weltladen gibt es bestimmt auch bei Ihnen in der Nähe.

Wer sich bei seinem Einkauf nach ökologischen und sozialen Kriterien richten möchte, kann sich an Siegeln orientieren, die die Einhaltung dieser Kriterien gewährleisten.

Orientierung schwierig

Es gibt inzwischen eine solche Fülle unterschiedlicher Labels, dass die Orientierung schwer fällt. Es ist angeraten, sich genau zu informieren, was ein Siegel leistet und wie die Einhaltung der Kriterien kontrolliert wird. Bei der Orientierung im Siegel-Dschungel helfen die Verbraucherinitiative und „Zukunft einkaufen“, ein Projekt zur ökofairen Beschaffung in Kirchen. Die Umwelt schonen zudem diese Öko-Label und -Produkte: BiosiegelBlauer Engel und Eco-Top-Ten.

 

Fair Trade & Friends – Messe rund um den fairen Handel

Amt für MÖWe auf der FA!R-Messe

Jungen und Mädchen sowie Erwachsene kommen zum Stand, mit dem das Amt für MÖWe auf der FA!R Messe rund um den Fairen Handel jährlich im Herbst vertreten ist. Anders als bei den meisten Ausstellern gibt es bei der MÖWe nichts zu kaufen, dafür aber Anregungen zum Informieren, zum (Aus-)Probieren und Spielen. Neben verschiedenen Quiz-Spielen erfahren Gäste beispielsweise mehr über den Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, der auf seiner Strecke zur UN-Klimakonferenz auch Stationen in Westfalen macht. Materialien von Brot für die Welt laden Besucher dazu ein, sich über Folgen unseres Konsumverhaltens zu informieren und über die Arbeit von Brot für die Welt ins Gespräch zu kommen.

Brot für die Welt

Evangelischer Entwicklungsdienst

Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst ist das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Es wurde 1959 als Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Förderung von Projekten in den Ländern des Südens. Derzeit werden 1200 Projekte gefördert.
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Dabei arbeitet Brot für die Welt eng mit lokalen, oft kirchlichen Partnerorganisationen zusammen. Bei Bedarf unterstützt das Hilfswerk diese auch durch die Entsendung von Fachkräften und Freiwilligen. Durch Lobby-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Deutschland und Europa versucht Brot für die Welt politische Entscheidungen im Sinne der Armen zu beeinflussen und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise zu schaffen.

In der Evangelischen Kirche von Westfalen vertritt das Amt für MÖWe die Arbeit von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

Wir

  • informieren über die Arbeit von Brot für die Welt und Diakonie Katstrophenhilfe zum Beispiel mit Vorträgen, Informationsständen, Versand von Materialien
  • beraten Gemeinden und Gruppen, wie sie sich für die Arbeit von Brot für die Welt in den Ländern des Südens einsetzen können, zum Beispiel durch geeignete Spendenprojekte
  • unterstützen Vorhaben von Brot für die Welt, zum Beispiel die Aktion „Land zum Leben-Grund zur Hoffnung“, „Konfis backen Brot für die Welt“, „Verschwenden beenden“

Wir

  • stellen Bildungs- und Aktionsmaterialien sowie Ausstellungen zur Verfügung für Kirchengemeinden, Kindergärten, Schulen, Gruppen zum Beispiel Frauen, Konfirmanden
  • bieten Vorträge zu Arbeitsfeldern von Brot für die Welt an, zum Beispiel Ernährungssicherung und Landwirtschaft, Kinderarbeit, Fairer Handel, Welthandel, Situation von Frauen, Rohstoffabbau, Gesundheit
  • beraten und unterstützen Sie bei Ihren Bildungsprojekten, zum Beispiel durch Vermittlung von Referenten, Hinweise zu Filmen oder anderen Medien, Information zu Finanzierungsmöglichkeiten
  • gestalten gern mit Ihnen Gottesdienste z.B. zu Erntedank oder die Eröffnung der Aktion von Brot für die Welt

Ansprechpartner für Brot für die Welt sind die Referentinnen und Referenten sowie die Regionalpfarrerinnen und -pfarrer des Amtes für MÖWe. Hier finden Sie unser komplettes Team. 

17 Ziele für eine
nachhaltige Welt

Alle Staaten haben sich 2015 verpflichtet bis 2030 die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO zu erreichen. Dazu gehört z. B. Armut und Hunger beenden, Gesundheit, Bildung und gute Arbeit für alle zu schaffen, Klimaschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt zu gewährleisten. Diese Ziele gelten für alle Staaten, d.h. alle Staaten sind im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele „Entwicklungsländer“. + weiterlesen

Vieles, wofür sich die Kirchen im Rahmen des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eingesetzt haben, findet sich in den UN-Nachhaltigkeitszielen wieder, so z. B. dass die Schwächsten und Verletzlichsten im Fokus aller Bemühungen stehen müssen. Aber es gibt auch Zielkonflikte bei den UN-Nachhaltigkeitszielen. So wird weiter am Wachstumsparadigma festgehalten und gleichzeitig sollen weniger Ressourcen verbraucht werden. Zudem ist ein großes Problem, dass die Ziele nicht verbindlich sind. Trotz aller berechtigten Kritik sind die UN-Nachhaltigkeitsziele eine wichtige politische Zielsetzung, die Öffentlichkeit und Unterstützung braucht.

In der Evangelischen Kirche von Westfalen sind wir aufgerufen die Nachhaltigkeitsziele bekannt zu machen, ihre Umsetzung in NRW, Deutschland und auch weltweit einzufordern und diese kritisch zu begleiten. Zudem sollten wir im eigenen Handlungsbereich nachhaltig handeln, z. B. durch eine klimafreundliche Mobilität, ethische Geldanlage, sparsame und öko-faire Beschaffung.

Weitere Informationen unter: https://www.ekd.de/nachhaltigkeit-32261.htm

Landwirtschaft und Welternährung

Das Recht auf Nahrung wird täglich verletzt. Knapp eine Milliarde Menschen leiden an Hunger, mehr als zwei Milliarden an Mangelernährung. Dabei reichen die heute erzeugten Nahrungsmittel für Alle – eigentlich. Doch Nahrungsmittel und Land, Wasser und Zugang zu Märkten sind ungleich verteilt. Menschen wird ihr Land geraubt, um Weizen, Soja oder Mais für den Export anzubauen. Zu viele Lebensmittel landen im Trog, Tank oder auch in der Tonne. EU-Billigexporte von Fleisch vernichten Existenzen von Farmern im Süden. Gemeinsam mit Brot für die Welt und anderen setzen wir uns für die Sicherheit von Ernährung und Landwirtschaft ein.
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Was macht deutsches Hühnerfleisch in Ghana?

Deutschland ist Teil des weltweiten Agrarhandels. So importiert Deutschland große Mengen an Soja und anderen Futtermitteln. Auf der anderen Seite exportiert Deutschland Nahrungsmittel, zum Beispiel Fleisch. In Deutschland wird 17 Prozent mehr Fleisch produziert als hier verzehrt wird. Die Fleischexporte bleiben in Entwicklungsländern nicht folgenlos. + mehr erfahren

Gier nach Land wird immer größer

Mit Zuckerrohr-, Soja, Ölpalmplantagen kann man Millionen, wenn nicht gar Milliarden verdienen, mit Holz oder genauso im Bergbau genauso. Der Zugang zu fruchtbarem Land, also zu Flächen und Regionen, die Rohstoffe bieten, ist begehrt und werden gekauft oder langfristig gepachtet von Staaten, Agrarunternehmen, Finanzinvestoren. Besonders in den Ländern des Südens kommt immer mehr Land unter den Hammer. Die Leidtragenden sind die Menschen, die ohnehin schon wenig haben. + mehr erfahren

Landraub im Gran Chaco in Argentinien

Der Hunger nach Fleisch lässt Land knapp werden. Derzeit wird ungefähr ein Drittel der gesamten Landoberfläche als Weideland oder Ackerfläche zur Futtermittelproduktion genutzt. So hat sich die Sojaproduktion zwischen 1960 und 2009 fast verzehnfacht. Tendenz steigend, denn es werden immer mehr Tiere gehalten. Dieser Hunger nach Fleisch und der daraus folgende Landraub haben Folgen, zum Beispiel für die Menschen in Argentinien. + mehr erfahren

Unser täglich Brot schwimmt im Wasser

Weizen, aus dem unser Brot gebacken wird, ist einer der Top-Wasser-Räuber. Für seine Bewässerung werden jährlich rund 790 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Das entspricht rund 12 Prozent des Wasserverbrauchs im weltweiten Feldanbau. Weizen wird in großen Mengen weltweit gehandelt. So fließen ganze Ströme „virtuellen Wassers“ über die Kontinente. Durch den Weizen „schluckt“ ein Ein-Kilo-Brot ca. 1300 Liter Wasser, 1 Scheibe Brot ca. 40 Liter Wasser. + mehr erfahren

Frisch auf den Müll

In Deutschland landen jährlich mindestens elf Millionen Tonnen Lebensmittel von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten auf dem Müll. Dies sind ca. 80 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Eine solche Lebensmittelverschwendung ist verbunden mit: Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Nahrungsmitteln, steigenden Preisen für Lebensmittel, hoher Nachfrage nach Land, Verlust an Artenvielfalt, Umweltbelastung, Energie- und Wasserverschwendung und der Verschärfung des Klimaproblems. + mehr erfahren

Kleider

Mode um jeden Preis?

Wettlauf um billige Produktion beutet Menschen aus

Handys, Textilien, Steine – viele Waren, die wir bei uns kaufen, werden in Schwellen- und Entwicklungsländern hergestellt. Die Globalisierung hat weltweit den Druck auf die meisten der Beschäftigten verstärkt, ein Wettlauf um billige Fertigungskosten hat eingesetzt: Löhne, die zum Leben nicht reichen, keine soziale Absicherung, fehlender Arbeitsschutz, ausbeuterische Kinderarbeit. Die Brände in den Textilfabriken Bangladeshs zeigen, wie verheerend diese ausbeuterische Arbeit für die Arbeiterinnen und Arbeiter sind. Bindende Regeln und Gesetze sind notwendig, um Arbeitsrechte weltweit durchzusetzen.

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Arbeiterinnen und Arbeiter sterben in Textilfirmen

Der Großteil der Textilien, die bei uns verkauft werden, wird nicht in Deutschland hergestellt, sondern in so genannten „Billiglohnländern“, zum Beispiel in Asien oder Lateinamerika. Die Textilkonzerne gehen mit ihrer Produktion dorthin, wo die Kosten am niedrigsten sind – und ihre Profite am höchsten. Den Preis zahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter, die von ihrem Lohn nicht leben können, denen grundlegende Arbeitsrechte vorenthalten werden. Oft werden in den Fabriken Sicherheitsstandards nicht beachtet, was immer wieder zu verheerenden Unglücksfällen führt, bei denen viele Menschen zu Tode kommen.

Textilien

Am 24. November 2012 brach in der Textilfabrik TazreenFashions Ltd. in Dhaka, Bangladesh ein Feuer aus, bei dem 112 Arbeiterinnen ums Leben kamen. Sie starben bei verzweifelten Sprüngen aus dem Fenster oder verbrannten bei lebendigem Leib. 200 Arbeiterinnen wurden verletzt. In dieser Fabrik wurde für internationale Konzerne produziert, unter anderem auch für KiK und C&A.

Opfer des Fabrikeinsturzes in Dakha vom 24. April 2013 (Foto clean clothes campaign).

Das Unglück bei TazreenFashions ist kein Einzelfall. Im September 2012 verloren über 300 Menschen bei einem Fabrikbrand in Pakistan ihr Leben. Dort war das Unternehmen KiK Haupteinkäufer. Am 24. April 2013 stürzte ein Fabrikhochhaus in Dahka, Bangladesh ein. 1.126 Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Auch hier hat unter anderem KiK produzieren lassen.

Die Arbeitsbedingungen in den Weltmarktfabriken sind seit Jahrzehnten bekannt: unsichere Arbeitsplätze, Löhne unter dem Existenzminimum, die zu exzessiven Überstunden zwingen, keine freie gewerkschaftliche Betätigung. Es ist klar, dass bei dem Preis für eine Fleecejacke von 3,99 Euro oder bei einem Kinder-T-Shirt für 2,59 Euro kaum noch etwas für die Arbeiterin übrigbleibt, die diese Produkte hergestellt hat. Doch auch hochpreisige Produkte werden oft unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen hergestellt. Es ist also notwendig, beim Einkauf genau hinzusehen und, sich zu informieren.

Nach der Katastrophe von Rana Plaza in Bangladesh wurde in Deutschland das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ gegründet. Das Amt für MÖWe vertritt dort die Evangelische Kirche von Westfalen.

Für das Jahr 2017 mussten sich die Mitglieder im Textilbündnis erstmals in sogenannten Roadmaps Ziele für die Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards in ihren Lieferketten setzen. Die Veröffentlichung dieser Roadmaps war im Jahr 2017 noch freiwillig. Damals hatten nur 29 von 87 berichtspflichtigen Unternehmen veröffentlicht. Ab 2018 ist die Veröffentlichung der Roadmaps verpflichtend. Die Roadmap des Amtes für MÖWe finden Sie hier.

Weitere Informationen gibt es bei der Kampagne für Saubere Kleidung und der Christlichen Initiative Romero mit Details zu Siegeln und Labels (https://www.ci-romero.de/gruenemode-siegel/) sowie in  Publikationen des Südwind-Instituts für Ökonomie und Ökumene www.suedwind-institut.de

Ansprechpartner:
Beauftragter für nachhaltige Textilien
Pfarrer Dietrich Weinbrenner, Telefon 02302 912346, Mobilfunk 0163 5606406, Weinbrenner-D@vemission.org

Wege zur Nachhaltigkeit

Projekt in Dortmund zum Kirchentag 2019 gestartet

Für eine umweltverträgliche und nachhaltige Zukunft in ihrer Stadt setzen sich schon lange mehrere Dortmunder Initiativen ein. Um diese wichtige Arbeit noch sichtbarer zu machen, hat das Institut für Kirche und Gesellschaft in Kooperation mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Amt für MÖWe das Projekt „Wege zur Nachhaltigkeit“ gestartet. Klimaschutz – Umweltgerechtigkeit – Integration – Biodiversität – fairer Konsum: dies sind die Nachhaltigkeitsthemen, die aus den globalen Zielen (SDG) ganz anschaulich in Dortmund erlebbar sind. + weiterlesen

Die Wegstationen zur Nachhaltigkeit können allein, als Gruppe, in Teams, zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bussen und Bahnen miteinander verbunden werden. Machen Sie sich auf – erleben Sie, wie fantasievoll Ideen zur Nachhaltigkeit umgesetzt werden können und wie bereichernd diese für das eigene Leben sein können.

Ziel des Projektes ist es, gemeinsam Erlebniswege zu Nachhaltigkeitsthemen zu gestalten, Initiativen zu vernetzen, neue Ideen zu entwickeln. Während des Kirchentages 2019 in Dortmund (19. – 23. Juni) werden im Zentrum „Stadt und Umwelt“ die Ideen zur Nachhaltigkeit präsentiert. Gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft sowie Politik wird diskutiert, was passieren muss, damit Städte und Siedlungen sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden

Im Jahr 2020 soll dann ein Nachhaltigkeitskongress dazu stattfinden, um bewährte Ideen zu multiplizieren und neue Wege zur Nachhaltigkeit auch an anderen Orten zu gestalten. Es geht darum zu zeigen, wie wir es schaffen, dass alle Menschen – heutige sowie auch künftige Generationen – auf der Erde menschenwürdig leben können und unsere natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft geschützt sind.

Mehr zum Projekt Wege zur Nachhaltigkeit unter: https://wegezurnachhaltigkeit.de

Kirche und Wirtschaft
gegen HIV & AIDS

Landesagenda-Projekt gegen AIDS

Eine ungewöhnliche Zuordnung – so innovativ, dass der Programmstart in 2002 mit der Auszeichnung als ein Landesagenda-Projekt als eine Ehrung des Landes Nordrhein-Westfalen begann – verpflichtet der nachhaltigen Entwicklung und dem Zusammenbringen von neuen Partnern. Kirchen im südlichen Afrika haben  Erfahrungen in der Gesundheitsarbeit und in der HIV- und AIDS-Aufklärung, -Prävention und -Behandlungsprogrammen. In der mittelständischen Wirtschaft und auf (Gäste-) Farmen wurde dies gesucht – Kirche und Wirtschaft gegen HIV und AIDS. + weiterlesen

Die Evangelische Kirche von Westfalen, die Evangelische Kirche im Rheinland und die Lippische Landeskirche haben mit ihren Partnern im südlichen Afrika die Initiative ergriffen: Gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen entwickelten sie ein erfolgreiches, ganzheitliches Modell. Es kombiniert inner- und außerbetriebliche Maßnahmen und verweist auf soziale und kirchliche Einrichtungen im jeweiligen Lebensumfeld. Anfangs standen HIV- und AIDS-Beratung sowie Testangebote zentral im Vordergrund. Menschen bekamen die Chance, sich am Arbeitsplatz zu informieren und sogar testen zu lassen.

Mittlerweile hat sich – auch aufgrund der noch immer stattfindenden Stigmatisierung der Infektionskrankheit – der Focus auf Wellness geweitet: Sowohl allgemeine Gesundheitsberatung, wie auch ein Tuberkulose-Test (gerade in Südafrika nimmt Tuberkulose stark zu) wie auch ein HIV-Test werden angeboten. Dies entspricht sowohl nationalen Gesundheitsstrategien in Namibia und Südafrika, und zugleich nimmt dies den ganzen Menschen in den Blick. Ein Anliegen, welches schon von Beginn an das Projekt begleitet hat und auf viel positive Resonanz gestoßen ist.

Projekt in Mpamalanga

Ein gegenwärtiger Schwerpunkt des CHABAHIVA-Programmes (Church and Business against HIV & AIDS) liegt in der Partnerprovinz von Nordrhein Westfalen in Südafrika, Mpumalanga. Dort ist mit Hilfe dreier mobiler Gesundheitstationen (Bild) eine umfassende Gesundheitsfürsorge möglich und können sogar lebensnotwendige antiretrovirale Medikamente zu Menschen in den entlegensten Farmgebieten im Süden der Provinz gebracht werden. Ausführliche Informationen enthält die Broschüre des Mpumalanga Forums NRW – heute SüdafrikaForum NRW. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Minenstadt Rustenburg, wo das Tapologo-Projekt, ein Gesundheitsprogramm der katholischen Kirche, sich an die Arbeiter und deren Familien richtet.

In den Provinzen KwaZulu Natal und Western Cape werden derzeit Projekte mit Unternehmen der Holzverarbeitenden Industrie und der Nahrungsmittelbranche aufgebaut.

Südafrika und Namibia

Das CHABAHIVA-Programm in Südafrika wird geleitet von einem internationalen Trust, dessen Vorsitzender Prof. Russel Botman/Stellenbosch und stellvertretender Vorsitzender Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller von der Evangelischen Kirche von Westfalen ist – die Geschäftsführung hat Pfarrer Nelis du Toit (trust.sa@chabahiva.org). In Namibia wird das CHABAHIVA-Programm von dem Evangelical Lutheran Church AIDS Programme (ELCAP) unsere Partnerkirche der Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia getragen und hat durch gute Kooperationen mit Tourismusanbietern viele Beschäftigte in großen Lodges (Gastanlagen) und kleineren Unternehmen auf dem Land erreicht. Eine mobile Gesundheitsstation unterstützt auch in Namibia das Programm. Ansprechbar für das namibische Programm ist Dean Abraham Kheibeb (coordinator@elcapnam.org) und Wynand Lukas (mer.elcap@gmail.com).

Evangelische Kirche von Westfalen koordiniert in Deutschland

Hierzulande koordiniert eine Steuerungsgruppe das CHABAHIVA-Programm, die von Ulrich Möller geleitet wird, die Geschäftsführung hat Pfarrerin Ute Hedrich. Hinter dieser neuen Kooperation von Kirche und Wirtschaft steckt die Überzeugung, die der ehemalige namibische Bischof Dr. Z. Kameeta folgerndermaßen formulierte: „Hilfe müssen wir zu den Menschen bringen und nicht warten, bis Menschen zu uns kommen.“ So freuen wir uns auf neue Unternehmen in Deutschland, Südafrika und Namibia wie auch weitere kirchliche Partner.

Für Werbung bei Veranstaltungen können vier Roll-ups im Amt für MÖWe ausgeliehen werden. Weitere drei Roll-ups beleuchten die Frage, welche Folgen HIV und AIDS für Familien haben, auch diese gibt es in der MÖWe. Anfragen hierzu bitte an gabriele.walz@moewe-westfalen.de.

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