Im Advent aktiv werden für Menschenrechte zur Fußball-WM in Katar

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 in Katar statt. Neben der Freude auf spannende Fußballspiele gibt es in Kirchen, Fanszene und Zivilgesellschaft intensive Debatten um diese WM und sogar Boykottaufrufe. Unter dem Slogan „Fair play : Fair life“ laden das Amt für MÖWe und westfälische Kirchenkreise ein, während der Fußball-WM ein Zeichen für Menschenrechte und Gerechtigkeit zu setzen.

Der bekannte Hörfunk-Sportreporter Manfred „Manni“ Breuckmann wird am 2. Advent (4. Dezember) um 18.00 Uhr eine Kanzelrede in der Evangelischen Stadtkirche Unna halten unter dem Thema: „Wer zahlt den Deckel? Fußball, die WM und Ethik.“
Sportlich begeistert und andererseits besorgt und entsetzt angesichts der Fußball-WM in Katar wird er sich mit den ethischen Fragen nach von Gerechtigkeit und Macht auseinandersetzen. Eingebunden ist die Kanzelrede in Gespräche und Musik. Weitere Kirchenkreise in Westfalen planen, prominente Persönlichkeiten aus Sport und Gesellschaft zu Kanzelreden an Adventssonntagen einzuladen.

 

Es sind vor allem die massiven Menschenrechtsverletzungen, die mit der Fußball-WM in Katar verbunden sind. Mehr als 6.500 Arbeiter starben beim Bau der Sportstätten. Auch für den Klimaschutz ist diese Veranstaltung eine Katastrophe aufgrund es enormen Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen.

Für die Kirchen ist zudem eine Herausforderung, dass diese WM im Advent stattfindet. Auch an Adventssonntagen werden Spiele stattfinden, darunter das Finale. Dies wird den Advent dieses Jahres beeinflussen – sowohl bei der inhaltlichen Gestaltung wie auch bei der Organisation, beispielsweise den Uhrzeiten für Adventsveranstaltungen (Spielplan der WM). Diese WM wird jedenfalls stattfinden – daher sollten Kirchengemeinden und -kreise überlegen, wie sie damit umgehen.

 

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat einen Beschluss gefasst und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der WM in Katar aufgerufen.

Die Synode des Kirchenkreises Dortmund ruft Gemeinden dazu auf, bewusst auf ein Public Viewing zu verzichten und stattdessen auf die Probleme im Umgang mit Menschenrechten im Wüstenemirat aufmerksam zu machen. Mehr zu der Empfehlung, die mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, gibt es hier zum Nachlesen.

Das Amt für MÖWe und das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen laden am 27. September (von 17.00 bis 18.30Uhr) zu einem Online-Workshop zur Fußball-WM in Katar ein. Neben Hintergrundinformationen werden Aktionsmöglichkeiten vorgestellt. Weitere Information gibt es bei Katja Breyer, katja.breyer@ekvw.de.

 

Initiativen aus Anlass der WM in Katar

Fußballfans zeigen mit einem Aufruf #BoycottQatar2022 ihren Widerstand gegen das WM-Turnier in Katar. Dieser Boykottaufruf dient dazu, keine Produkte mit WM-Logo zu kaufen oder keine Produkte von Firmen zu kaufen, die im Rahmen der WM aktiv werben und damit das Turnier sponsern – und dass sie zu Hause nicht an Public Viewings o.ä. teilnehmen.

Mehr Infos unter: www.boycott-qatar.de/

Die Kampagne #Back2Bolzen unterstützt den Fan-Boykott und lädt ein zum gemeinsamen aktiv werden vor und insbesondere während der Weltmeisterschaft. Egal ob ein kleiner Kick mit Freunden oder Tischfußball.

Mehr Infos unter: www.back2bolzen.de

 

Selbst aktiv werden! Die Fußball-WM und Menschenrechte zum Thema machen

Die EKD wird bald Materialien zur Fußball-WM für Gemeinden veröffentlichen, mit Gottesdienstentwürfen für alle vier Adventssonntage, Ideen für die Gruppenarbeit, Statements zur WM. Erste Arbeitshilfen finden sich hier:
Ausblick auf WM in Katar: „…die Tooor macht weit“: EKHN ǀ Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

 

Ein Tischkicker- oder Fußballturnier mit Fairen Fußbällen organisieren. Eine Checkliste des Deutschen Fußballbundes (DFB) gibt es hier zum Download. Ebenso möglich ist ein Turnier „Fair play: Fair life – Straßenfußball für Toleranz”. Eine Anleitung dazu gibt es hier.

 

Mit einem Torwandschießen kann bei einem Stand auf dem Adventsmarkt neben der Freude an Fußball auch auf die problematischen Seiten der Fußball-WM eingegangen werden, etwa mit Quizfragen. Statt Public Viewing können Gruppen zu einem Quiz-Abend einladen – ähnlich wie bei einem Kneipenquiz. Quizfragen gibt es hier mit Antworten und ohne Antworten.

 

Mit Filmen – ob in der Konfi-Arbeit oder bei einem Filmabend – kann die große Bedeutung des „Fußballs“, die er für Menschen weltweit hat, vermittelt werden.

Eine Filmauswahl gibt hier.

 

 

 

 

 

Am Totensonntag (20. November) kann an die vielen getöteten Arbeiter*innen erinnert werden – beispielsweise bei einer Andacht. Um ihnen einen Namen oder ein Gesicht zu geben, hat das Fußballmagazin „11Freunde“ Sammelkarten (Cards of Qatar) erstellt.

 

Informationen zur Fußball-WM in Katar

  • Unter dem Motto „Boykott Katar 2022 – Warum wir die FIFA stoppen müssen“ erläutert das Autorenduo  Bernd-M. Beyer und Dietrich Schulze-Marmeling das Problemfeld rund um die WM in Katar, aber auch zur FIFA an sich und deren allgemeine WM-Vergabepraxis. Ihren Beitrag zum Nachzulesen gibt es hier

 

 

  • Die Broschüre “Foulspiel mit System” der Rosa-Luxemburg-Stiftung beleuchtet die Hintergründe der Fußball-WM, diskutiert aktuelle Maßnahmen und skizziert Perspektiven. Die Publikation gibt es zum Download hier
  • Auf dem Poster „Anpfiff zum Fairplay: Sportgroßveranstaltungen und ihre Schattenseiten“ findet sich das Wichtigste im Überblick: zum Lesen, Aufhängen und Verteilen
  • Amnesty international informiert umfassend über Menschenrechte in Katar unter diesem Link
  •  „Sportindustrie – Moral im Abseits“: Beim Blick auf Großereignisse wie Fußball-Weltmeisterschaften wird der Kontrast zwischen den Mächtigen der Sportwelt, die Millionengewinne erwirtschaften, und den Menschen, die die Schattenseiten der Profitgier in den Nähfabriken zu spüren bekommen, besonders deutlich. In der Broschüre zeigt die Christliche Initiative Romero, wie Sportindustrie und Sportartikelhersteller Menschen ausbeuten, insbesondere die Unternehmen Adidas, Nike und Puma. Die Broschüre dazu gibt es zum Download

 

 

Kampagnen zu „Fußball-Sport und Fairness“

  • Sport handelt Fair ist ein Zusammenschluss aus NGOs, Sportvereinen, Verbänden und Kommunen, die sich bundesweit aktiv für die Themen Sport, Fairer Handel und Nachhaltigkeit einsetzen – nach dem Motto: fair play – fair pay – fair trade: Internet: https://sporthandeltfair.com/
  • Die Faire Metropole Ruhr berät und unterstützt rund um das Thema fair gehandelte Produkte bzw. fair ausgerichtete Sportveranstaltungen www.faire-metropole-ruhr.de/fairer-sport.html. Eine Broschüre informiert, wie Sportevents nachhaltig gestaltet werden können
  • Faire Fußbälle gibt es beispielsweise von der Fairhandelsgesellschaft GEPA

 

 

Ideen für die Bildungsarbeit

  • Sport handelt Fair hat umfangreiches Bildungsmaterial zu Sport und dabei insbesondere Fußball zusammengetragen. Hier finden sich Ideen für die Bildungsarbeit,  so zu Fairen Fußbällen. Dazu hier der Link
  • Bildungsmodule zu Umwelt- und Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie bietet cum ratione auf der eigenen Website an. Die Module können je nach verfügbarem zeitlichem Umfang und Altersgruppe individuell zusammengestellt werden. Ein Modul nimmt die Fan-Shops von Fußballvereinen in den Blick
  • Das Eine Welt Netz NRW hat “sportliche” Methoden des Globalen Lernens entwickelt und erprobt. Themen sind: Anti-Rassismus, Frieden, Integration, Menschenrechte und Konsum. Das Besondere ist, dass es nicht nur um Sportthemen geht, sondern die Methoden auch sportliche Elemente beinhalten. Mehr Informationen dazu gibt es hier