Gerechtigkeit und Menschenwürde – weltweit!

Auf der einen Seite: Frauen die in Textilfabriken für einen Hungerlohn schuften; Kleinbauern, die ihr Land verlieren und verarmen; Kinder, die in Bergbauminen ausgebeutet werden; der Klimawandel, der Ernten vernichtet. Auf der anderen Seite: Konzerne, die Arbeitsschutz nicht gewährleisten, Gewerkschaften nicht zulassen und kaum Steuern zahlen;  Agrarkonzerne, die mit Macht Gentechnik und Pestizide verbreiten; Warlords und Diktatoren, die sich mit Gewalt bereichern; eine Klimapolitik in der EU und Deutschland, die ihre eignen Ziele nicht erreicht. Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen sind leider nach wie vor zu weit verbreitet. Damit wollen wir uns nicht abfinden. Gemeinsam mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und Brot für die Welt setzen wir uns für Gerechtigkeit und Menschenrechte ein. Dabei engagieren wir uns in Menschenrechtsprojekten vor Ort und dafür, dass die Politik in Deutschland und Europa mehr Gerechtigkeit, Menschenrechte und die Würde aller Menschen weltweit ermöglicht.

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Die Macht der Finanzmärkte, internationaler Konzerne und Investoren, Regelungen der Welthandelsorganisation, Europäische Agrarpolitik sowie Spekulation mit Nahrungsmitteln sind aktuelle Bausteine unseres unfairen Welthandelssystems. Über eine Milliarde Menschen leben in absoluter Armut und haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen. Menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Weltmarktfabriken des globalen Südens sind nicht ernsthaft im Blick der – auch deutschen – Auftraggeber. Nötig sind politische Regelungen, die Marktkräfte und Profitinteressen im Zaum halten, wo sie Menschenrechte verletzen, wo sie Menschen um ihre Existenz bringen. Dies ist eine Ebene, auf die wir als Einzelne nur begrenzt Einfluss haben.

Alter Trade Corporation, Vollrohrzucker – Philippinen, Jeremiah Patricio mit seiner Frau Maria Engineta und drei ihrer fünf Kinder. (Foto: GEPA)

Doch es gibt auch die faire Wirtschaft „im Kleinen“, den Fairen Handel, an dem können wir uns im Alltag beteiligen, indem wir die entsprechenden Produkte kaufen.

Informationen gibt es z. B. bei TransFair, der in Deutschland das Fairtrade-Siegel vergibt, der GEPA, El Puente.

Wer sich bei seinem Einkauf nach ökologischen und sozialen Kriterien richten möchte, kann sich an Siegeln orientieren, die die Einhaltung dieser Kriterien gewährleisten.

Orientierung schwierig

Es gibt inzwischen eine solche Fülle unterschiedlicher Labels, dass die Orientierung schwer fällt. Es ist angeraten, sich genau zu informieren, was ein Siegel leistet und wie die Einhaltung der Kriterien kontrolliert wird. Bei der Orientierung im Siegel-Dschungel helfen die Verbraucherinitiative und „Zukunft einkaufen“, ein Projekt zur ökofairen Beschaffung in Kirchen. Die Umwelt schonen zudem diese Öko-Label und -Produkte: BiosiegelBlauer Engel und Eco-Top-Ten.

Brot für die Welt

Brot für die Welt ist das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Es wurde 1959 als Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Förderung von Projekten in den Ländern des Südens. Derzeit werden 1200 Projekte gefördert.

In der Evangelischen Kirche von Westfalen vertritt das Amt für MÖWe die Arbeit von Brot für die Welt. So bietet das Amt för MÖWe Vorträge, Beratung, Ausstellungen u.v.m. an.
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Wir

  • informieren über die Arbeit von Brot für die Welt zum Beispiel mit Vorträgen, Informationsständen, Versand von Materialien
  • beraten Gemeinden und Gruppen, wie sie sich für die Arbeit von Brot für die Welt in den Ländern des Südens einsetzen können, zum Beispiel durch geeignete Spendenprojekte
  • unterstützen Vorhaben von Brot für die Welt, zum Beispiel „Konfis backen Brot für die Welt“, „Verschwenden beenden“

Wir

  • stellen Bildungs- und Aktionsmaterialien sowie Ausstellungen zur Verfügung z. B. für Kirchengemeinden, Kindergärten, Schulen, Konfirmanden-Gruppen (Koffer zur Ausleihe)
  • bieten Vorträge zu Arbeitsfeldern von Brot für die Welt an, zum Beispiel Ernährungssicherung und Landwirtschaft
  • beraten und unterstützen Sie bei Ihren Bildungsprojekten, zum Beispiel durch Vermittlung von Referenten, Hinweise zu Filmen oder anderen Medien, Information zu Finanzierungsmöglichkeiten
  • gestalten gern mit Ihnen Gottesdienste z.B. zu Erntedank oder die Eröffnung der Aktion von Brot für die Welt
  • sind Ansprechpartner für Antragsteller im Bereich der Inlandsförderung von Brot für die Welt (ABP Westfalen)

Ansprechpartner für Brot für die Welt sind die Referentinnen und Referenten sowie die Regionalpfarrerinnen und -pfarrer des Amtes für MÖWe. Hier finden Sie unser komplettes Team. 

Klimagerechtigkeit

Dass der Klimawandel stattfindet, ist bekannt. Seine Folgen sind massiv: Fluten in Pakistan und Argentinien, die Felder verwüsten und Menschen vertreiben; Taifune, die in den Philippinen Häuser wegfegen; Dürre in Ostafrika, die Vieh und Menschen sterben lässt. Die Industriestaaten sind aufgrund der intensiven Nutzung fossiler Energien wie Kohle, Öl und Gas die Hauptverursacher des Klimawandels, weil sie enorme Mengen von Treibhausgasen in die Atmosphäre emittieren. Aber der Klimawandel trifft alle – egal wie viele Tonnen CO2 pro Jahr produziert werden. + weiterlesen

Am stärksten vom Klimawandel betroffen sind die armen Menschen, die in den Ländern des Globalen Südens leben. Sie verfügen nicht über die notwendigen Mittel, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Menschen in Bangladesch sind beispielsweise besonders betroffen vom ansteigenden Meeresspiegel, vor denen sie sich kaum schützen können.

Auch unberechenbar werdende Regen- und Trockenzeiten sowie Starkniederschläge, Überschwemmungen oder Dürren erschweren die bereits harte Arbeit von Bäuerinnen und Bauern und lassen Ernten ausfallen. Dies gefährdet die Ernährungs- und Lebensgrundlage von vielen Familien in Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Geld für angepasstes Saatgut oder Bewässerung fehlt den meisten Menschen. Viele Experten rechnen in Folge des Klimawandels mit sinkenden Erträgen von wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Reis, Weizen und Mais. Für viele wird das „täglich Brot“ unerschwinglich.

Während der Einsatz von Kohle, Öl und Gas und damit die Treibhausgasemissionen in den Industrie- und Schwellenländern weiterhin rasant ansteigen, haben heute 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Ca. 2,4 Milliarden sind für die Deckung ihrer dringlichsten Energiebedürfnisse (Kochen und Heizen) auf Biomasse angewiesen. Diese in Armut lebenden Menschen werden somit auch zu Hauptleidtragenden des Klimawandels, zu Opfern des übermäßigen Energiekonsums der Menschen in den Industrieländern und zunehmend auch der Schwellenländer.

Die Atmosphäre wurde und wird durch die Industrieländer und in steigendem Maße auch durch die Schwellenländer als CO2-Deponie übernutzt. Entsprechend dem Verursacherprinzip und ihrem Leistungsvermögen müssen in erster Linie die Industrieländer ihre Emissionen reduzieren. Eine erfolgreiche Energiewende und ein Kohleausstieg in Deutschland sind ein wichtiger Beitrag für mehr Klimagerechtigkeit.

 

Informationen

www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de

www.klimaschutz-ekvw.de

www.die-klima-allianz.de

Landwirtschaft und Welternährung

Das Recht auf Nahrung wird täglich verletzt. Knapp eine Milliarde Menschen leiden an Hunger, mehr als zwei Milliarden an Mangelernährung. Dabei reichen die heute erzeugten Nahrungsmittel für Alle – eigentlich. Doch Nahrungsmittel und Land, Wasser und Zugang zu Märkten sind ungleich verteilt. Menschen wird ihr Land geraubt, um Weizen, Soja oder Mais für den Export anzubauen. Zu viele Lebensmittel landen im Trog, Tank oder auch in der Tonne. EU-Billigexporte von Fleisch vernichten Existenzen von Farmern im Süden. Gemeinsam mit Brot für die Welt und anderen setzen wir uns für die Sicherheit von Ernährung und Landwirtschaft ein.
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Was macht deutsches Hühnerfleisch in Ghana?

Deutschland ist Teil des weltweiten Agrarhandels. So importiert Deutschland große Mengen an Soja und anderen Futtermitteln. Auf der anderen Seite exportiert Deutschland Nahrungsmittel, zum Beispiel Fleisch. In Deutschland wird 17 Prozent mehr Fleisch produziert als hier verzehrt wird. Die Fleischexporte bleiben in Entwicklungsländern nicht folgenlos. + mehr erfahren

Gier nach Land wird immer größer

Mit Zuckerrohr-, Soja, Ölpalmplantagen kann man Millionen, wenn nicht gar Milliarden verdienen, mit Holz oder genauso im Bergbau genauso. Der Zugang zu fruchtbarem Land, also zu Flächen und Regionen, die Rohstoffe bieten, ist begehrt und werden gekauft oder langfristig gepachtet von Staaten, Agrarunternehmen, Finanzinvestoren. Besonders in den Ländern des Südens kommt immer mehr Land unter den Hammer. Die Leidtragenden sind die Menschen, die ohnehin schon wenig haben. + mehr erfahren

Landraub im Gran Chaco in Argentinien

Der Hunger nach Fleisch lässt Land knapp werden. Derzeit wird ungefähr ein Drittel der gesamten Landoberfläche als Weideland oder Ackerfläche zur Futtermittelproduktion genutzt. So hat sich die Sojaproduktion zwischen 1960 und 2009 fast verzehnfacht. Tendenz steigend, denn es werden immer mehr Tiere gehalten. Dieser Hunger nach Fleisch und der daraus folgende Landraub haben Folgen, zum Beispiel für die Menschen in Argentinien. + mehr erfahren

Unser täglich Brot schwimmt im Wasser

Weizen, aus dem unser Brot gebacken wird, ist einer der Top-Wasser-Räuber. Für seine Bewässerung werden jährlich rund 790 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Das entspricht rund 12 Prozent des Wasserverbrauchs im weltweiten Feldanbau. Weizen wird in großen Mengen weltweit gehandelt. So fließen ganze Ströme „virtuellen Wassers“ über die Kontinente. Durch den Weizen „schluckt“ ein Ein-Kilo-Brot ca. 1300 Liter Wasser, 1 Scheibe Brot ca. 40 Liter Wasser. + mehr erfahren

Frisch auf den Müll

In Deutschland landen jährlich mindestens elf Millionen Tonnen Lebensmittel von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten auf dem Müll. Dies sind ca. 80 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Eine solche Lebensmittelverschwendung ist verbunden mit: Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Nahrungsmitteln, steigenden Preisen für Lebensmittel, hoher Nachfrage nach Land, Verlust an Artenvielfalt, Umweltbelastung, Energie- und Wasserverschwendung und der Verschärfung des Klimaproblems. + mehr erfahren

Kleider

Mode um jeden Preis?

Wettlauf um billige Produktion beutet Menschen aus

Handys, Textilien, Steine – viele Waren, die wir bei uns kaufen, werden in Schwellen- und Entwicklungsländern hergestellt. Die Globalisierung hat weltweit den Druck auf die meisten der Beschäftigten verstärkt, ein Wettlauf um billige Fertigungskosten hat eingesetzt: Löhne, die zum Leben nicht reichen, keine soziale Absicherung, fehlender Arbeitsschutz, ausbeuterische Kinderarbeit. Die Brände in den Textilfabriken Bangladeshs zeigen, wie verheerend diese ausbeuterische Arbeit für die Arbeiterinnen und Arbeiter sind. Bindende Regeln und Gesetze sind notwendig, um Arbeitsrechte weltweit durchzusetzen. Deshalb unterstützt das Amt für MÖWe die Initiative für ein Lieferkettengesetz  .

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Arbeiterinnen und Arbeiter sterben in Textilfirmen

Der Großteil der Textilien, die bei uns verkauft werden, wird nicht in Deutschland hergestellt, sondern in so genannten „Billiglohnländern“, zum Beispiel in Asien oder Lateinamerika. Die Textilkonzerne gehen mit ihrer Produktion dorthin, wo die Kosten am niedrigsten sind – und ihre Profite am höchsten. Den Preis zahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter, die von ihrem Lohn nicht leben können, denen grundlegende Arbeitsrechte vorenthalten werden. Oft werden in den Fabriken Sicherheitsstandards nicht beachtet, was immer wieder zu verheerenden Unglücksfällen führt, bei denen viele Menschen zu Tode kommen.

Textilien

Am 24. November 2012 brach in der Textilfabrik TazreenFashions Ltd. in Dhaka, Bangladesh ein Feuer aus, bei dem 112 Arbeiterinnen ums Leben kamen. Sie starben bei verzweifelten Sprüngen aus dem Fenster oder verbrannten bei lebendigem Leib. 200 Arbeiterinnen wurden verletzt. In dieser Fabrik wurde für internationale Konzerne produziert, unter anderem auch für KiK und C&A.

Opfer des Fabrikeinsturzes in Dakha vom 24. April 2013 (Foto clean clothes campaign).

Das Unglück bei TazreenFashions ist kein Einzelfall. Im September 2012 verloren über 300 Menschen bei einem Fabrikbrand in Pakistan ihr Leben. Dort war das Unternehmen KiK Haupteinkäufer. Am 24. April 2013 stürzte ein Fabrikhochhaus in Dahka, Bangladesh ein. 1.126 Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Auch hier hat unter anderem KiK produzieren lassen.

Die Arbeitsbedingungen in den Weltmarktfabriken sind seit Jahrzehnten bekannt: unsichere Arbeitsplätze, Löhne unter dem Existenzminimum, die zu exzessiven Überstunden zwingen, keine freie gewerkschaftliche Betätigung. Es ist klar, dass bei dem Preis für eine Fleecejacke von 3,99 Euro oder bei einem Kinder-T-Shirt für 2,59 Euro kaum noch etwas für die Arbeiterin übrigbleibt, die diese Produkte hergestellt hat. Doch auch hochpreisige Produkte werden oft unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen hergestellt. Es ist also notwendig, beim Einkauf genau hinzusehen und, sich zu informieren.

Nach der Katastrophe von Rana Plaza in Bangladesh wurde in Deutschland das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ gegründet. Das Amt für MÖWe vertritt dort die Evangelische Kirche von Westfalen.

Alle Mitglieder im Textilbündnis müssen in sich in einer sogenannten Roadmaps Ziele für die Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards in ihren Lieferketten setzen. Die Roadmap des Amtes für MÖWe finden Sie hier (2018) (2017).

Weitere Informationen gibt es bei der Kampagne für Saubere Kleidung und der Christlichen Initiative Romero mit Details zu Siegeln und Labels (https://www.ci-romero.de/gruenemode-siegel/) sowie in  Publikationen des Südwind-Instituts für Ökonomie und Ökumene www.suedwind-institut.de

Ansprechpartner:
Beauftragter für nachhaltige Textilien
Pfarrer Dietrich Weinbrenner, Telefon 02302 912346, Mobilfunk 0163 5606406, Weinbrenner-D@vemission.org

Wege zur Nachhaltigkeit

ein innovatives Projekt in Dortmund

Für eine umweltverträgliche und nachhaltige Zukunft in ihrer Stadt setzen sich schon lange mehrere Dortmunder Initiativen ein. Um diese wichtige Arbeit noch sichtbarer zu machen, haben das Institut für Kirche und Gesellschaft in Kooperation mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Amt für MÖWe das Projekt „Wege zur Nachhaltigkeit“ gestartet. Klimaschutz – Umweltgerechtigkeit – Integration – Biodiversität – fairer Konsum: dies sind die Nachhaltigkeitsthemen, die aus den globalen Zielen (SDG) ganz anschaulich in Dortmund erlebbar sind. + weiterlesen

Die Wegstationen zur Nachhaltigkeit können allein, als Gruppe, in Teams, zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bussen und Bahnen miteinander verbunden werden. Machen Sie sich auf – erleben Sie, wie fantasievoll Ideen zur Nachhaltigkeit umgesetzt werden können und wie bereichernd diese für das eigene Leben sein können.

Im Jahr 2020 soll dann ein Nachhaltigkeitskongress dazu stattfinden, um bewährte Ideen zu multiplizieren und neue Wege zur Nachhaltigkeit auch an anderen Orten zu gestalten. Es geht darum zu zeigen, wie wir es schaffen, dass alle Menschen – heutige sowie auch künftige Generationen – auf der Erde menschenwürdig leben können und unsere natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft geschützt sind. Zum Projekt: Wege zur Nachhaltigkeit

Kirche und Wirtschaft
gegen HIV & AIDS

Es begann bereits im Jahr 2002: Mit dem Programm „Kirche und Wirtschaft gegen HIV/Aids“ (Churches and Business against HIV/Aids) machten sich die rheinische und die westfälische Kirche auf den Weg, etwas gegen die Ausbreitung der heimtückischen Krankheit im südlichen Afrika zu tun. Gemeinsam mit kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Südafrika und Namibia wurden verschiedene Programme gestartet. Besonders bemerkenswert dabei ist die bereits von Anfang an enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen in Südafrika und in Nordrhein Westfalen. + weiterlesen

Maßnahmen in den Betrieben, beispielsweise auf den Weinfarmen in der Umgebung von Kapstadt und auf den großen Holzplantagen in der Provinz Mpumalanga, wurden gestartet, in Abstimmung mit sozialen und kirchlichen Einrichtungen im Lebensumfeld der Farmarbeiter*innen. Eine Erfolgsgeschichte sind die mittlerweile sieben mobile Gesundheitsstationen, die vor allem Menschen in den entlegenen Regionen mit Medikamenten versorgen. Eine andere – die noch junge Field Band Foundation, die mit ihrem Blasorchester die fröhliche und verwandelnde Kraft der Musik nutzt.

Das gesamte CHABAHIVA Programm in Südafrika koordiniert Nelis du Troit von seinem Büro in Stellenbosch aus. Seine Arbeit wird begleitet von einem internationalen Steering Comitee (ISC). Im Trustboard sind neben den südafrikanischen Mitgliedern auch OKR Dr. Ulrich Möller vertreten. In Namibia trägt unsere Partnerkirche die Evangelical Lutheran Church AIDS Programme (ELCAP) die Programme und hat durch gute Kooperationen mit Tourismusanbietern viele Beschäftigte in großen Lodges und kleineren Unternehmen auf dem Land erreicht.

Die Situation im Land hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Denn auch von staatlicher Seite wurde viel getan. Beispielsweise stehen derzeit genügend Medikamente für die Betroffenen zur Verfügung. Die Herausforderung besteht weiterhin in einem ausreichenden Angebot an Gesundheitsstationen. Vor allem in den ländlichen Regionen fehlen diese.